ICT – Iron Curtain Trail

Seit längeren reifte in mir die Idee einer mehrtägigen oder mehrwöchigen Radtour. Ich wollte schon immer den Jakobsweg, genau so wie Hape Kerkeling, erwandern. Wieso nicht mit dem Fahrrad…?!

In einer großen Buchhandlung in der Stadtmitte Münchens wurde ich dann fündig, eine riesige Auswahl an Radtourenbüchern, darunter auch der von mir favorisierte Jakobsweg, sowie eines über den Europa-Radweg “Eiserner Vorhang”, oder auch “Iron Curtain Trail” kurz ICT genannt.

Nach längeren Hin und Her habe ich mich entschlossen, so eine mehrwöchige Radtour erst einmal in Deutschland zu probieren. Erkannte Ausrüstungsmängel, oder Pannen könnte man problemlos in jeder grösseren Ortschaft erledigen.

Es sollte also der Iron Curtain Trail werden.

Die Tour sollte in Berlin am Brandenburger Tor beginnen und im bayerischen Hof nach ca. 1800 km enden. Hierzu wollte ich von Berlin nach Küstrin an die polnische Grenze fahren, um dann auf dem Oder-Neiße-Radweg zum eigentlichen ICT-Radweg zu gelangen. Das Oder-Hochwasser machte mir leider einen Strich durch die Rechnung. So nahm ich als Alternativroute den Berlin-Usedom-Radweg, der den Vorteil hat, durch Zepernick (jetzt Panketal) zu führen, in dem ich die ersten 11 Jahre meines Lebens verbracht hatte und wo noch gute Freunde von damals wohnen.

Von Usedom wollte ich den ersten Teil des Europa-Radweg “Iron Curtain Trail” auf dem Ostseeküsten-Radweg bis Travemünde-Lübeck fahren. Von dort sollte es auf dem zweiten Teil des Teil des Europa-Radweg “Iron Curtain Trail” bis nach Hof gehen. Die Strecke Hof-München sollte mit dem Zug bewältigt werden.

Fertige Tracks zum Füttern des Navigationsgerätes aus dem Internet zu bekommen, war ziemlich problematisch. Einzig die Strecke Travemünde-Hof war auf www.grenzsteintrophy.de zu finden. (Mittlerweile sind diese Tracks entfernt worden).
Den Rest habe ich dann im mühseligen Selbststudium mit dem Programm MapSource und den Material von OpenCycleMap erledigt.

Fahrkarte vom 17.08.10 Es stellte sich die Frage, Bike mit Flug, oder Bike mit Zug…?

Aufgrund des wirklich sehr geringen Preises (insgesamt 43.-€ incl. Fahrradkarte) und des Aufwandes (Fahrrad, halb demontiert, für den Flug im Karton), habe ich mich trotz der langen Fahrtzeit von 10 Stunden für den Zug entschieden. Dies würde ich jederzeit wieder machen. Die Bahn ist gar nicht so schlecht, wie sie immer gemacht wird.

In der Vorbereitungsphase machte ich mir ständig Notizen, über Sachen die ich auf keinem Fall vergessen sollte, mitzunehmen.

Ich kaufte mir im Vorfeld noch zusätzlich (hierbei achtete ich vor allen Dingen auf das Gewicht):

- ein Navigationsgerät (Garmin Oregon 450)
- ein Zelt (Salewa Sparrow II 2 Personenzelt)
- einen Schlafsack (HIGH PEAK Leichtgewicht Schlafsack Lite Pak800)
- eine selbstaufblasbare Schlafmatte (Xtend Bodylight Selfinflating Matte)
- einen einfachen Fahrradcomputer von VDO (den ich am ersten Tag meiner Tour gegen einen von SIGMA ausgetauscht habe)

Insgesamt brachte mein Gepäck ohne Rucksack 17 kg auf die Waage.

Die grösste Hürde tat sich unmittelbar eine Woche vor Fahrtantritt auf. Das Fahrrad!

Bisher bin ich immer mit meinen Fully-Mountainbike gefahren, die Schwierigkeit besteht darin, das man auf Fullys keine handelsüblichen Gepäckträger installieren kann. Im Internet werden zwar vereinzelt Bausätze angeboten, jedoch nur eher aus der Schweiz und Großbritannien. Das Risiko eines Fehlkaufs wollte ich nicht eingehen, da diese speziellen Gepäckträger auch noch ziemlich teuer sind. Mein Bike-Händler versuchte sein Bestes, aber ich stand eine Woche vor Beginn meiner Tour ohne fahrbaren Untersatz da. Es blieb mir nur übrig, in aller Eile mein bisheriges 15-jahre altes Stadt-Fahrrad für diese Tour umzurüsten.

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